Tuttlingen

178

Mitarbeiter

5400

Quadratemeter Produktionsfläche

14,04%

Ausbildungsquote

ISO 13485

Qualitätsmanagement für Medizinprodukte

Tätigkeitsbereiche

OP-Lösungen:
- OP-Leuchten
- OP-Tische

Spektakuläre Zahl

Über 10.000 CHROMOPHARE F-Generation Leuchten weltweit installiert
Über 3.000 OPERON D-Serie Operationstische weltweit installiert

Das Zentrum der Medizintechnik

Wer durch das malerische Donautal und an den Kalksteinformationen des Honbergs entlang nach Tuttlingen kommt, erwartet vermutlich nicht, gerade das "Weltzentrum der Medizintechnik" zu betreten. Doch in dem schwäbischen Städtchen mit seinen knapp 35.000 Einwohnern forschen, entwickeln, fertigen und vertreiben über 600 Firmen medizintechnische Produkte ­- und beschäftigen als Produzenten, Zulieferer oder hochspezialisierte Dienstleister über 20.000 Mitarbeiter. Die Spezialisierung auf die Medizintechnik hat Tradition. Getragen von den Erzvorkommen der Stadt entwickelt sich im 19. Jahrhundert ein blühendes metallverarbeitendes Gewerbe, das in den Anfängen vor allem chirurgische Instrumente fertigt. Die Nähe der Unternehmen verstärkt nicht nur die Arbeitsteilung, sondern auch den Konkurrenzdruck und hat aus einer Vielzahl von Firmen hochspezialisierte, innovative und langfristig erfolgreiche Unternehmen gemacht. Neben den klassischen chirurgischen Instrumenten stammen heute Endoprothesen, Endoskope, resorbierbare Implantate, OP-Lösungen und unzählige weitere Produkte aus der Stadt an der Donau. Wenn es um Medizintechnik geht, schaut die Welt eben auf Tuttlingen.

Arbeiten unter perfekten Bedingungen

Als Theodor Berchtold 1922 sein Unternehmen zur Fertigung von Chirurgie- und Dentalinstrumenten gründet, liegt er völlig im Trend der Zeit. Bereits 1866 firmieren drei Betriebe als "Messerschmiede und chirurgische Instrumentenmacher", und die reichen Erzvorkommen der Stadt, die verkehrsgünstige Lage an der Donau lassen diesen Wirtschaftszweig rasch zum bedeutendsten Handwerk vor Ort werden. Die guten Bedingungen kommen aber auch den Wettbewerbern zugute, was eine produkttechnische Neuorientierung des Unternehmens erfordert. Die entscheidenden Impulse kommen von Berchtolds Schwiegersohn Eduard Fritz - er modernisiert das Unternehmen, sorgt für eine konsequente Spezialisierung auf ein kleines, aber technologisch ausgefeiltes und qualitativ hochstehendes Sortiment. Die Deckenleuchten und die TELETOM-Deckenstative entwickeln sich kurz nach Ihrer Markteinführung zu äußerst gefragten Produkten. Die weltweit erste Herztransplantation durch Dr. Christian Barnaard in Kapstadt findet unter einem CHROMOPHARE Beleuchtungssystem von Berchtold statt. Theo Fritz, der Enkel des Firmengründers, vollzieht Mitte der 80er-Jahre eine entscheidende Weichenstellung: den OP der Zukunft. Statt einzelner Bestandteile liefert Berchtold nun umfassende OP-Lösungen, mit denen Chirurgen unter perfekten Bedingungen arbeiten können. Das Sortiment wird um ein vielseitiges, modulares System von OP-Tischen erweitert, und dank einer weltweiten Vertriebsstrategie kann sich Berchtold als Marktführer etablieren. Die Zusammenarbeit zwischen Berchtold und der Stryker Corporation beginnt bereits 1990 mit der gemeinsamen Erarbeitung von Komplettlösungen für Krankenhäuser. Als sich kein geeigneter Nachfolger für den Familienbetrieb finden lässt, tritt Stryker schließlich als Käufer auf. Mit ihrem innovativen Produktportfolio und dem exzellenten Ruf als Premium-Hersteller bereichern die Tuttlinger seitdem das iSuite Angebot von Stryker - und die Arbeitsbedingungen unzähliger Operateure.